Liselotte und die Folgen

Eine echte Schönheit, unsere Liselotte von der Pfalz! Ihr Vater, Kurfürst Karl-Ludwig, will Elisabeth-Charlotte unbedingt reich verheiraten, seine Wahl fällt auf den Bruder des Königs von Frankreich. Von da an lebt sie als Herzogin von Orléans in Versailles am Hof des "Sonnenkönigs" Ludwigs XIV.

 

In unzähligen Briefen beschreibt sie in der uns Pfälzern typischen direkten Sprache die Sitten und vor allem die Unsitten des höfischen Lebens.


Liselotte verzichtet bei der Heirat auf ihr Erbe, die Pfalz. Trotzdem, oder gerade deshalb, erhebt der Sonnenkönig Anspruch auf dieses Gebiet. Diplomaten und Juristen versuchen diesen Anspruch zu rechtfertigen. Endlose Diskussionen, kiloweise Papier und literweise Tinte führen nach drei Jahren immer noch nicht zum gewünschten Ergebnis. Da hat Ludwig XIV. die Faxen dick: im Herbst schickt er seine Truppen los, die marschieren ohne Vorwarnung in die Pfalz ein- und das mitten in der Lese !

 

Die Wachenheimer wehren sich heftig. Der Kurfürst, Liselottes Vater, hatte die Stadt und die Befestigungsanlagen wieder aufbauen lassen. Doch 1674 fällt die Stadtmauer, Kirche, Rathaus und Adelshöfe gehen in Rauch auf. "Her mit dem Geld, her mit Nahrung und Viehfutter !" schreit Feldmarschall Turenne. Die Wachenheimer geben sich noch nicht geschlagen, sie wollen und sie können die französischen Truppen nicht länger durchfüttern.

Heidelberger Schloss
Das Heidelberger Schloß, Liselottes Stammhaus

Jetzt zieht Ludwig XIV. sein As aus dem Ärmel und schickt General Melac, den "Terminator". Der sprengt das Heidelberger Schloß, verwüstet Mannheim und hält dann auf die Pfalz zu.

 

Es folgt der Pfälzische Erbfolgekrieg, der 1689 zu Ungunsten der Pfalz ausgeht. Wieder einmal werden Wachenheim und die Wachtenburg total vernichtet.

Der Wiederaufbau dauert Jahrzehnte ...


... und Wachenheim wird eine französische Stadt !