Die französische Stadt

Die leeren Sektflaschen sind noch nicht verräumt, der Schädel brummt noch, da stehen am Neujahrstag 1794 die Franzosen schon wieder vor dem Tor ! Sie peinigen und erpressen die Bevölkerung und konfiszieren unsere Kirchenglocken - vermutlich um Gewehrkugeln daraus zu machen. Zu allem Übel bricht auch noch eine Seuche aus ...

 

Jetzt wird es den Bürgern zuviel: viele fliehen auf die andere Rheinseite. Aus Wachenheim in der Pfalz wird, gegen den Willen der Einwohner, Wachenheim im Département Mont Tonnere  - eine französische Stadt ! Und das bleibt sie bis 1814, zur Regierungszeit Napoleons I.

 

Das Département du Mont Tonnerre umfasste große Gebiete der Pfalz und Rheinhessens. Im Süden grenzte es an das Département Bas-Rhin (heutiger Elsaß), im Westen an das Département de la Sarre (heutiges Saarland), im Norden an das Département de Rhin-et-Moselle und im Osten an das Großherzogtum Hessen.

 

König Maximilian I. hat ebenfalls großes Interesse an der Pfalz, also wird Wachenheim 1816 nach den Befreiungskriegen den Bayern zugesprochen, und bayrisch sind wir bis 1946 geblieben.


Im 19. Jahrhundert gibt es endlich den ersehnten Aufstieg, es werden Straßen gebaut, ein Stadthaus, das Wachhaisel und das Forsthaus Rotsteig. Die zerstörten Kirchen werden wieder aufgebaut, mit Glocken, versteht sich. Das Geld dazu kommt übrigens sinnigerweise zum Teil aus französischen Reparationszahlungen ...

Ständige Streitereien zwischen Frankreich und Deutschland, in denen es immer um Gebietsansprüche und die Vormachtstellung in Europa geht, führen zu Unruhen und eskalieren 1870 im Deutsch-Französischen Krieg.

 

Eindrucksvoll und ausführlich werden in einem Tagebuch*  der Deutschen Armee Schlachtenaufstellungen und Kriegsschauplätze beschrieben.   

 

 


Im Strudel von Krieg und Zerstörung ...