Urkunde
Urkunde Kaiser Ludwigs IV des Bayern _ Foto: Landesarchiv Speyer

1341 Verleihung der Stadtrechte mit "Stock und Galgen"

Kaiser Ludwig IV., der Bayer aus dem Haus der Wittelsbacher, verleiht Wachenheim am 24. Juni 1341 die Stadtrechte.

 

Was bedeutet das ? Nun, zuerst wird die Stadt, die jetzt zur Kurpfalz gehörte, mit Gräben, Mauern und Türmen befestigt. Unsere Stadtmauer und der Diebsturm sind ein gut erhaltener Teil dieser ehemaligen Befestigungsanlagen. Ein weiteres Vorrecht einer ernannten Stadt ist die Durchführung der Gerichtsbarkeit. Fortan halten gewählte Männer Gerichtsverhandlungen in aller Öffentlichkeit. Wer sich Schweres hat zu Schulden kommen lassen, der endet am Galgen, ungefähr dort, wo jetzt das Fußballstadion steht. Wer mit einer Geldstrafe davonkommt hat Glück, ist aber vielleicht für den Rest seines Lebens ruiniert. 

 

Die Stadt gewinnt an Bedeutung, der Weinhandel floriert, die Kurfürsten erheben Wachenheim zum Hoflieferanten.

Anfang des 15. Jhds. fällt Wachenheim bei der Teilung der Kurpfälzischen Länder an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Ein weiterer wichtiger Entschluß wird gefaßt: wir bekommen eine Münzprägestätte und stellen Geld her, wie es grad gebraucht wird. Das war 1436. Heute tragen wir es wieder zurück, in die "Alte Münz". 1471 kommt Kurfürst Friedrich I. mit einem großen Heer und belagert Wachenheim neun Tage lang. Am 5.Juni stürmen die Soldaten in den Ort und zerstörten im Durchmarsch auch das Kloster Limburg bei Bad Dürkheim. Der Abt und einige Mönche fliehen, und als sich die Situation in Wachenheim beruhigt, ziehen sie sich in die "Alte Münz" zurück. Nicht der schlechteste Platz in der Stadt ...

weinstrassenweb.de
Stadtmauer und Diebsturm des ehemaligen Holzviertels
Die Mode im 14. Jhd. Aufnahme aus dem "Wittelsbacherjahr 2013" in Mannheim
Die Mode im 14. Jhd. Aufnahme aus dem "Wittelsbacherjahr 2013" in Mannheim

Wir reisen weiter in eine düstere Zeit ...


* mehr zum Gatterer Apparat von 1408