Die Franken

Heimatverein feiert "Wackenheimer Geburtstag"


Am 30. März 766 beginnt die geschriebene Geschichte Wachenheims.

Dieses Datum trägt jene Urkunde, in dem der Name der fränkischen Siedlung erstmals erwähnt wird. Der Gutsherr Hautbald und seine Gattin Aba schenkten damals, „im 14. Jahr des Königs Pippin“, um ihres Seelenheils willen an das neu gegündete Kloster Lorsch einen Wingert, gelegen „in Wackenheimer marca“. Das Originalpergament ist verschollen, aber in einer vier Jahrhunderte später von einem ordnungsliebenden Klosterbruder angelegten Urkundensammlung dokumentiert.

Die Folianten wurden später als „Lorscher Codex“ bekannt.


Den 1250. „Geburtstag“ Wachenheims feierte der Heimatverein mit mehr als einem halben Hundert historisch interessierter Gäste bei Jubiläumssekt, Wein und Brezeln am Abend des 30. März in der Ludwigskapelle. Im Mittelpunkt stand freilich ein Rundgang durch die in vielen Kriegen geschundene Stadt, an deren bauhistorisch markanten Punkten Kulturführer Rolf Deckert in der Rolle des Nachtwächers Geschichte aus der Geschichte erzählte. Vor und nach der Exkursion konnten sich die Geburtstagsgäste mittels zweier jeweils 45 Minuten dauernden Fernsehfilme einen Einblick verschaffen in die Lebenswelt jener Menschen, die im 3. Jahrhundert unter dem Sammelnamen Franken („die Mutigen“) die Bühne der Geschichte betraten. Im Jahr 502, während der Herrschaft des katholisch getauften Königs Chlodwig, nahmen die fränkischen Stämme das Gebiet der heutigen Pfalz in Besitz.

Die ZDF-Dokumentation „Beginn einer neuen Weltordnung“ und ein BR-Film über die fränkische Königsdynastie der Merowinger zeigten, wie die Franken mit etwas Diplomatie und viel Gewalt aus zahlreichen germanischen und gallischen Territorien ein Imperium in der Nachfolge des weströmischen Reiches zusammenfügten – als „Wegbereiter Europas“. Seine größte Ausdehnung erreichte das Herrschaftsgebiet der Franken während der Regierungszeit von Pippins Sohn Karl, der 768 den Königsthron bestieg – als bereits die dritte Lese aus dem Wachenheimer Wingert des frommen Hautbald bei den Lorscher Mönchen die Fürbitt-Inbrunst steigerte.

Der Dank gilt Bürgermeister Bechtel für die Grußworte sowie allen, die zum Gelingen der "Geburtstagsfeier" beigetragen haben.

Michael Wendel


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